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CMD bei MedicalSports – wenn der Kiefer aus dem Gleichgewicht gerät
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Sebastian Steinert
Was ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion?
Bei der Craniomandibulären Dysfunktion, oder auch kurz „CMD“, handelt es sich um eine Erkrankung des Kiefergelenks, die dadurch verursacht wird, dass der Ober- und Unterkiefer nicht so zueinander stehen, wie es der natürlichen Gelenkstellung entspricht.
Da der Kiefer trotzdem versucht, die richtigen Kontaktpunkte herzustellen, entsteht eine schmerzhafte Verkrampfung. Diese wirkt sich auf den ganzen Kauapparat aus, der sowohl die Kiefergelenke, Gelenkkapseln, Haltebänder und Kiefermuskeln, aber auch die Zungen-, Rachen- und Nackenmuskeln umfasst.
Bei einer gesunden Kieferstellung berühren sich die Zähne nur beim Kauen und Schlucken, also insgesamt durchschnittlich für 30 Minuten pro Tag.
Mehr als „nur“ Kieferschmerzen – Symptome der CMD
Nicht bei jedem Menschen muss eine Fehlstellung des Kauapparats zu Beschwerden führen, oder diese sind ggf. so geringfügig, dass sie das Wohlbefinden nicht beeinträchtigen. Denn der Kauapparat ist ein komplexes und sozusagen intelligentes System, das sich an Veränderungen der Kieferstellung anpassen kann – jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Ist dieser Punkt überschritten, kommt es zu Schmerzen im Kiefer und möglicherweise auch zu diversen anderen Problemen.
Symptome im Kiefergelenk
Der am direktesten betroffene Bereich ist der des Kiefers selbst. Die fehlerhafte Stellung des Ober- und Unterkiefers kann dazu führen, dass die Kieferköpfchen sich in der Gelenkgrube verschieben. Hierdurch entsteht eine starke Reibung in den Gelenken. In schlimmen Fällen werden beim Kauen Knackgeräusche ausgelöst, die sich nicht nur unangenehm anhören, sondern auch Schmerzen verursachen. Ebenfalls ist es möglich, dass sich die Kiefergelenke entzünden. In ganz extremen Fällen kann es sogar zu einem Aushaken des Kiefers (Kiefersperre) auf einer oder beiden Seiten kommen, zum Beispiel beim Gähnen.
Symptome in Hals und Rachen
Über das zusammenhängende System des Kauapparats breiten sich die Probleme auf den Halsbereich aus. Hier kann es zu einem rauen Gefühl im Hals und Halsschmerzen kommen. Betroffene räuspern sich oft und haben eine heisere Stimme.
Durch die Verkrampfung der Kiefergelenke kann zudem ein Kloßgefühl im Hals entstehen. Oft haben die Patienten auch Schluckbeschwerden.
Symptome am Kopf
Durch eine CMD können häufige oder extreme Kopfschmerzen ausgelöst werden, die oft halbseitig auftreten, und auch Migräne ist möglich. Darüber hinaus können aber auch die Ohren schmerzen und innen oder außen jucken. Das Gehör kann gemindert werden, die Ohren können „zufallen“ und möglicherweise treten Ohrgeräusche auf (bekannt als Tinnitus).
Auch die Augen können stark beeinträchtigt sein. Manche Patienten beschreiben es auch als Druckgefühl in den Augen.
Symptome in anderen Bereichen des Körpers
Die Folgen der CMD machen aber im Kopf nicht Halt, sondern dehnen sich weiter auf den Nacken- und Schulterbereich aus und können sich sogar bis in die Hände und Füße erstrecken. Patienten haben oft starke Verspannungen im Nacken, insbesondere am Morgen nach dem Aufstehen. Schmerzen fühlen die Patienten oft wandernd zwischen dem Kiefer, dem Ohr, dem Schädel und dem Nacken, teils bis hinunter in die Schulter oder den Arm. Häufig tritt dies in einer Seite öfter oder stärker auf als in der anderen.
Rückenschmerzen, insbesondere im Bereich der Schulterblätter und der Brustwirbelsäule, aber auch in anderen Teilen des Rückens, können ebenfalls durch eine CMD verursacht werden. Zudem können Bandscheibenprobleme oder eine Krümmung der Wirbelsäule auftreten. Besonders in den Armen und Fingern, aber auch anderen Regionen wie zum Beispiel den Beinen können Taubheitsgefühle auftreten. Auch Schmerzen und Fehlstellungen im Hüftgelenk oder in den Knien können auf einer Craniomandibulären Dysfunktion beruhen, ebenso wie ein Unterschied in den Beinlängen, ein Schiefstand des Beckens und Schmerzen oder eine Fehlhaltung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Sogar Fußschmerzen, „eingeschlafene Füße“ und Probleme beim Auftreten können auf eine CMD hinweisen. Darüber hinaus klagen Patienten teils über ständige Müdigkeit, plötzliche Schwindelanfälle oder Gleichgewichtsstörungen.
Psychische Symptome
Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch leiden viele Patienten an den Auswirkungen der Craniomandibulären Dysfunktion. Häufige Symptome sind Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und innere Unruhe. Darüber hinaus sind die Betroffenen oft anfälliger für Stress. Das schlimmste psychische Symptom einer Craniomandibulären Dysfunktion ist eine Depression, die aufgrund des Zusammenwirkens der verschiedenen andren psychischen und körperlichen Symptome ausgelöst werden kann.
Ursachen der Craniomandibuläre Dysfunktion
– Fehlende oder schief sitzende Zähne
– Zahnspangen
– Brücken, Inlays oder Kronen
– Verspannungen, z.B. im Nacken
– Schlechte Körperhaltung
– Operationsnarben
– Polyarthritis – die Entzündung mehrerer Gelenke kann sich auf das Kiefergelenk auswirken
– Fehlbildungen im Knochenbau
Stöße auf den Kopf, einen Teil des Rückens oder das Becken
– Der dabei entstehende Druck und Schmerz wird über die Nervenbahnen direkt an den Kiefer übertragen
Sportunfälle
– Fußball (insbesondere beim Köpfen des Balls)
– Boxen
– American Football
– ungelöste Konflikte
– Überforderung
– Panikattacken
– Burnout
Was macht ein Osteopath bei CMD und/oder Kieferschmerzen?
Es ist es für die einwandfreie Therapie wichtig, dass die verschiedenen medizinischen Disziplinen (Zahnarzt / Zahnärztin, Osteopath/in, Physiotherapeut/in, Psychotherapeut/in) eng zusammenarbeiten, denn so kann jeder aus seinem Fachbereich genau erkennen, welche Probleme bestehen, und insgesamt eine Diagnose und Behandlungstaktik erstellt werden.
Es kommt also bereits bei der Diagnose und nicht erst bei der Behandlung auf die ganzheitliche Betrachtung des Patienten an. Aus diesem Grund arbeiten auch wir mit einem Expertenteam zusammen.
Bei der Diagnose werden neben der eingehenden Befragung des Patienten auch Abweichungen vom Körperlot und Schiefstände zum Beispiel des Kopfes, Nackens oder Beckens untersucht. Osteopathen untersuchen durch Abtasten das Gewebe, die Haut, die Muskulatur und den Bewegungsapparat.
Ist eine CMD heilbar?
Es stellen sich dann zwei Schwierigkeiten: Zum einen ist der Kiefer bzw. Kauapparat es „gewohnt“, sich in falscher Stellung zu befinden, und hat sich insofern in seiner Fehlfunktion so eingestellt, irgendwie zu funktionieren. Zum anderen hat die CMD diverse Störungen an verschiedenen Orten des Körpers ausgelöst, die sich dort jeweils bereits verfestigt haben und nicht einfach so durch die Behandlung der CMD wieder verschwinden.
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